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Was ist Schurwolle?

Wolle gehört zu den tierischen Naturfasern, die aus dem Protein Keratin bestehen. Reine Schurwolle erhält man durch Abscheren vom lebenden Schaf. Diese „Rasur“ erbringt die höchste Wollqualität, weil die Wolle neu und ungeschädigt ist. Geschoren wird ein- oder zweimal jährlich. Ein Schaf produziert pro Jahr drei bis zwölf kg Wollertrag. Bei der Schur wird das gesamte Wollkleid des Schafes als sogenanntes Wollvlies möglichst zusammenhängend gelassen. So lassen sich die verschiedenen Qualitäten leichter sortieren, denn je nach Körperstelle unterscheidet sich beim Schaf die Beschaffenheit der Wolle, z. B. als Folge von Scheuerung oder Verschmutzung.

 

Tierwohl im Blick: Was ist Mulesing

Bei der konventionellen Schafhaltung handelt es sich meist um Massentierhaltung mit den entsprechenden Haltungsbedingungen: Platzmangel, grobe Behandlung und Einsatz von Pestiziden. Bei der Schurwollgewinnung wird oft das sogenannte Mulesing angewendet, benannt nach John H.W. Mules, der die Methode entwickelt hat. Beim Mulesing wird den Schafen ­– meist ohne Betäubung – eine Hautfalte am After weggeschnitten und der Schwanz kupiert. Dies soll dem parasitären Befall mit Fliegenmaden vorbeugen, die sich in Hautfalten und Wunden einnisten können und in Australien häufig vorkommen. 

Die Praxis des Mulesing ist in vielen Ländern und in der EU verboten, nicht jedoch im Hauptproduktionsland der Wolle, Australien. Mulesing wird nicht nur wegen der Tierquälerei kritisiert. Es ist auch so, dass erst die hygienischen Bedingungen der Massentierhaltung diese Methode der Krankheitsvorbeugung erst nötig machen: Besonders gefährdete Tiere, also ältere oder geschwächte, können sich in der Enge nicht ausreichend selbst putzen und pflegen.

 

Was macht Bio-Schurwolle von hofius ökologisch wertvoll?

All unsere Wollfasern sind Mulesing-frei. Unsere Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) kommt aus Neuseeland und Australien. Bei Bio-Schurwolle aus kontrolliert-biologischer Tierhaltung (kbT) ist Mulesing generell verboten. Außerdem haben die Tiere mehr Platz auf der Weide und dürfen sich natürlich fortpflanzen. Pestizide sind ebenso wie Masthilfen verboten. Die Pestizidfreiheit ist auch für die Menschen gesund, die mit den Schafen arbeiten oder später die Wolltextilien nutzen.

Generell überzeugt Schafwolle aus ökologischer Sicht, weil sie einen sehr niedrigen Wasserverbrauch hat – niedriger nicht nur als die wasserhungrige Baumwolle, sondern sogar niedriger als Hanf und Flachs (aus dem Leinen gewonnen wird). Auch die Energiebilanz der Wolle kann sich sehen lassen. Sie liegt in etwa zwischen den Naturfasern Baumwolle, Hanf und Flachs. In der Herstellung verbraucht Wolle damit halb soviel Energie wie Viskose und andere Chemiefasern.

Um die passenden Garneigenschaften für besonders komplex gemusterte hofius-Jacquardstrickstoffe zu erreichen, verwenden wir eine Mischung aus konventionellen Schurwollfasern und 50 % Bio-Schurwolle. Durch langjährige Geschäftsbeziehungen mit unseren Wollproduzenten arbeiten wir kontinuierlich mit daran, dass in Zukunft alle nötigen Faserqualitäten als kbT-Ware erhältlich sein können.

 

Trageeigenschaften der hofius-Wolle

Das gute Wärmehaltevermögen der Wolle macht sie vor allem in der kalten Jahreszeit zu einem beliebten Begleiter, der sich warm und kuschelig anfühlt. Die gekräuselte Struktur und kleine Hohlräume im Inneren der Fasern, in denen sich Luft durch die Körperwärme erwärmt, führen zu dem sehr guten Wärmehaltevermögen.

Wassertropfen perlen von Wolle ganz natürlich ab. Wolle überzeugt durch ihr gutes Feuchtigkeitsverhalten, weil sie Feuchtigkeit von der Haut aufnimmt und Gerüche bindet, ohne sich klamm anzufühlen. Das macht sie sowohl für sportliche Outdoor-Aktivitäten als auch für Kinderbekleidung attraktiv. Dazu ist Wolle antistatisch, schwer entflammbar, schmutzabweisend und kann sogar Schadstoffe aus der Raumluft binden und neutralisieren.

Wollfasern sind sehr elastisch, weshalb Wolltextilien formbeständig sind, kaum knittern und sich schnell wieder vom Knittern erholen. Schon eine Beimischung von Wolle reduziert die Knitteranfälligkeit von Textilien so, dass man Wolle gerne mit anderen Naturfasern wie Leinen verspinnt. Gleichzeitig ist Wolle dauerhaft formbar, wenn Feuchtigkeit, Wärme und Kraft fachgerecht eingesetzt werden, was sie ideal für gut sitzende Maßanfertigungen macht.

 

Der clevere Aufbau der Wollfaser

Wolle ist als einzige Faser filzbar – durch die Verdichtung von Wolltextilien zu Wollwalk oder Loden wird die Fläche noch wärmender. Ein Grund dafür ist die Schuppenstruktur der Wollfasern, die man unter dem Mikroskop erkennt. Diese Schuppen liegen rund um die Faser angeordnet und überlappen sich wie Dachziegel. Für die Filzeigenschaft der Wolle sind die Schuppen mitverantwortlich, weil sie sich unter Einwirkung von Wärme, Feuchtigkeit und Bewegung unwiederbringlich ineinander verhaken.

Der Aufbau der Wollfaser verleiht ihr weitere praktische Eigenschaften. Ähnlich wie bei einem Dach perlen Wassertropfen an den fetthaltigen Schuppen ab – deshalb ist Wolle nicht saugfähig (hydrophobe Eigenschaft der Wolle). Innen ist die Wollfaser jedoch hohl, und Wasserdampf ist klein genug, um an den Schuppen vorbei ins Innere der Faser zu gelangen. Deshalb kann Wolle bis zu 33 % Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen (stark hygroskopische Eigenschaft). Diese beiden Eigenschaften machen Wolle für sportliche Aktivitäten oder das Spielen im Freien geeignet – ein wenig Schwitzen ist kein Problem, da die Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert wird, auch ein Regenschauer tut nicht viel zur Sache, weil das Material ihn abweist.

 

Pflege & Ökologie von hofius-Bio-Schurwolle 

In der Pflege ist unsere hofius-Bio-Schurwolle sehr ökologisch und auch zeitsparend: Man muss sie im Alltag sehr wenig waschen, was Strom-, Wasser- und Waschmittelverbrauch reduziert. Da Wolle wasserabweisend ist, perlen viele nasse Fleckenverursacher einfach an ihr ab. Durch ihre Eigenschaft, Wasser in Form von Dampf aber sehr gut aufzunehmen, nimmt Wolle Gerüche ins Innere der Faser auf und schließt sie dort ein. Sie werden also nicht so oft das Bedürfnis haben, Ihre Wollkleidung zu waschen.

Generell spricht man davon, dass Wolle „selbstreinigend“ ist. Häufig genügt es, Wolltextilien nach dem Tragen auszulüften, z. B. an der frischen Luft oder beim Duschen im Bad. Der Wasserdampf dringt in die Faser ein und hilft ihr, sich selbst zu reinigen. Dies ist auch ein guter Tipp, falls doch ein paar leichte Knitterfalten entstanden sind, die sich auf diese Weise wieder aushängen. 

Bei stärkerer Verschmutzung kann Ihr hofius-Kleidungsstück aus Bio-Schurwolle gewaschen werden. Wir empfehlen Handwäsche oder Maschinenwäsche mit wenig Wollwaschmittel. Die Waschmaschine sollte maximal zur Hälfte gefüllt sein, um Reibung zu reduzieren und damit Verfilzen und Einlaufen zu vermeiden. Wählen Sie den Wollwaschgang, waschen Sie kalt und bei maximal 800 Umdrehungen.

Ist Wolle einmal wirklich nass geworden, braucht sie etwas länger zum Trocknen. Benutzen Sie bitte trotzdem nicht den Trockner, sondern ziehen Sie Ihr hofius-Kleidungsstück feucht in Form, trocknen Sie es liegend und drehen Sie es evtl. gelegentlich um. Bitte beachten Sie immer die eingenähten Herstellerhinweise, um ein Einlaufen zu vermeiden.

 

Motten und Pilling – Wolle richtig pflegen

Eine Besonderheit bei tierischen Fasern wie Wolle und Seide ist, dass Mottenlarven Geschmack daran finden. Die kleinen Gourmets fühlen sich in warmen Zimmern und Kleiderschränken besonders wohl, lieben den Geruch von menschlicher Haut und brauchen zum Fressen ihre Ruhe. Schütteln Sie daher Ihren hofius-Wollstrick immer mal wieder aus, wenn er länger im Schrank liegt, oder verpacken Sie ihn nach dem Waschen luftdicht, um ihn einzulagern. Um Motten vorzubeugen, helfen Lavendel oder Zedernholz als ätherische Öle oder Duftsäckchen im Kleiderschrank. Sollten Sie doch einmal einen Befall feststellen, können Sie Mottenlarven bzw. -eier durch Einfrieren abtöten. 

Wollfasern bilden schnell kleine Knoten aus, das sogenannte Pilling. Je feiner, gekräuselter und weicher die Faser, und desto flauschiger das Garn, desto mehr kommt es dazu, dass sich die Wolle durch Reibung verknotet. Streng genommen ist Pilling also ein Qualitätsmerkmal, auch wenn es oft unerwünscht ist. Das Garn unseres hofius-Jacquardstrick ist recht stark gedreht, sodass die Oberfläche glatt wird und selten pillt. Sollte es dennoch zu Knoten auf Ihrer Wollkleidung kommen, empfehlen wir, diese mit einem Textilrasierer zu entfernen oder vorsichtig glatt abzuschneiden. Vom Herauszupfen raten wir ab, denn dadurch werden mehr Faserenden hervorgezogen, die sich erneut verknoten.